
Musik von Richard Strauss
Komödie für Musik in drei Aufzügen von Hugo von Hofmannsthal
Strauss und Hofmannsthal setzten mit dem Rosenkavalier als einer Spieloper "aus dem Geiste Mozarts" 1911 einen Meilenstein in der modernen Opernliteratur. Das Stück beschreibt mit Wehmut und Leichtigkeit den Glanz einer scheidenden Epoche, die ein fiktives Rokoko bis hin zum kapitalen Spätbürgertum der Jahrhundertwende umfasst. Zugleich ahnten die Autoren in der künstlerischen Gestaltung des Rosenkavalier den nahen Zusammenbruch der Fundamente einer heilen bürgerlichen Welt im Ersten Weltkrieg voraus. Die Neuinszenierung an der Komischen Oper Berlin begegnet dem Spiel mit der Zeit, der Entfremdung von vertrauten Räume und dem Hinabgerissenwerden des Einzelnen im Strudel des Epochenwechsels bewusst mit der Absicht der Autoren, Einfachheit und Transparenz im Theatralischen zu verfolgen. Marschallin und Ochs, Sophie und Octavian werden gleichnishaft Vertreter eines Wechsel auch von Generationen, gebannt in eine Zeitreise, die in die Gegenwart führt.
Musikalische Leitung: Henrik Nánási
Inszenierung: Andreas Homoki (2006)
Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann
"Präzise und auch noch ergreifend schön: ,Der Rosenkavalier' an der Komischen Oper Berlin (…)
Wie hier die Vorgaben des Stücks genutzt, doch leise umgedeutet wurden, um etwas über die Figur, aber auch über die Musik zu erzählen, das ist als Leistung von Regie und Darstellung ebenso unscheinbar wie groß."
(Berliner Zeitung)
"Die Inszenierung von Homoki hält mit ihr voller Überredungskunst Schritt. (…) dann aber überrascht sie auch immer wieder überfallartig mit sorgfältig ausgetüftelten Bildern. Sie treibt, vereint mit den kostbaren Stimmen und dem exzellenten Orchester, die Aufführung über viereinhalb Stunden unermüdlich voran. Dieser ,Rosenkavalier' der Komischen Oper ist eine Hörenswürdigkeit. Rundum sehenswürdig ist sie glücklicherweise auch. Sie wurde bejubelt."
(Berliner Morgenpost)
"Das Theater mag in der Krise sein, unsere musikalische Bildung zur Hölle fahren. Solange es auf der Welt ein Sängerensemble gibt wie dieses, das den Straussschen Konversationston so zu treffen vermag und das so hinreißend zu spielen versteht, solange ist die Oper definitiv nicht tot."
(Der Tagesspiegel)
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