
Von den fernen Tagen des russischen Theaters in die Zukunft spiegeln die Ruhrfestspiele vom 1. Mai bis 16. Juni 2012 die überzeugende künstlerische Vielfalt russischer Dramatik. Die bedeutendsten russischen Autoren werden in herausragenden Inszenierungen vorgestellt: Gogol, Puschkin und Tschechow, Dostojewski, Tolstoi und Bulgakow. Heitere Verwechslungskomödien, melancholische Liebesgeschichten und historische Epen stehen ebenso auf dem Programm wie bissige Gesellschaftskritik und die Verhandlung politischer Grundsatzfragen. Das russische Theater eröffnet damit einen einzigartigen Blick in die sprichwörtliche „russische Seele“.
Eröffnet werden die Ruhrfestspiele mit Gogols entlarvender Gesellschaftskomödie „Der Revisor“ (mit Jevgenij Sitochin und Bernd Michael Lade), es folgen Klassiker wie Tolstois „Krieg und Frieden“, Tschechows „Der Kirschgarten“ (mit Barbara Nüsse), „Die Möwe“ (mit Corinna Harfouch), „Onkel Wanja“ (mit Ulrich Matthes) und eine verrückt-musikalische Version seines „schwedischen Zündholzes“, Bulgakows „Der Meister und Margarita“ (inszeniert von Theatermagier Simon McBurney), Dostojewskis „Der Großinquisitor“ (interpretiert von Weltregisseur Patrice Chéreau) und Gogols „Tagebuch eines Wahnsinnigen“. Das international gefeierte Ballett aus St. Petersburg zeigt mit „Onegin“ hochkarätiges Tanztheater, die artistischen Produktionen „Areja“ und „Donka – A Letter to Chekhov" präsentieren eine magische Verbindung aus Akrobatik und Poesie. Mit allen Sinnen erlebbar wird Tschaikowskis Sinfonie Nr. 5 durch groß projizierte Bildimpressionen aus Russland von Tobias Melle. Einblicke in die russische Mentalität bieten neue Stimmen in unserer prominenten Lesereihe wie Günter Lamprecht, Claudia Amm, Christian Berkel und Thomas Thieme. Wladimir Kaminer entführt in die Tiefen der russischen Literatur und lädt zu einem weiteren Kultur-Import aus Eurasien ein: der Russendisko.
Einen Blick in die „deutsche Seele“ eröffnen Katja Riemann und Arne Jansen mit ihrem musikalischen Abend „Winter. Ein Roadmovie“. Gefeiert und von der Kritik hoch gelobt ein weiteres Highlight: Botho Strauß’ „Groß und Klein“ in einer Koproduktion der Ruhrfestspiele. Noch nie habe man Hollywood-Star Cate Blanchett „so überwältigend und ausdrucksvoll gesehen“, schwärmen Kritiker nach der Premiere in Sydney. Dank ihrer Präsenz wird die Ruhrfestspielbühne im Mai und Juni erneut zur „World Stage“ – zur Weltbühne! Cate Blanchett war schon einmal als Regisseurin in Recklinghausen. Damals ist die Idee zu dieser internationalen Koproduktion entstanden.
Darüber hinaus zeigen neun Uraufführungen spannende Strömungen aktueller europäischer Dramatik. Darunter ein neu entdecktes Stück von George Tabori. Schlagfertige Kabarettisten rechnen ab mit der aktuellen Politik und dem vermeintlichen Fortschritt in Technik und Gesellschaft. Eine eigene zauberhafte Welt für Kinder kreieren Nicole & Martin aus Musik, Gesang, Schauspiel und Artistik im White Tent, dem weißen Igluzelt im Stadtgarten. „Verdamp lang her“ ist es, dass die Kölschrockband BAP zuletzt den grünen Hügel rockte. 2012 wird ihr Konzert krönender Abschluss der Ruhrfestspiele!
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