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SF2 20.09.2010 | 23:05Fast Food Nation
bis 00:50 (105 Min) Spielfilm (Drama), USA 2006 In den Chefetagen der Gastrokette Mickey's Fast Food wird über einen neuen Slogan für den Hamburger The Big One diskutiert. Manager Don Anderson (Greg Kinnear) evaluiert gerade die neuen Geschmacksstoffe im Labor, als er zu seinem Chef beordert wird. Eine Hochschulstudie hat bei Tests Kolibakterien in den Hamburgern der Firma gefunden. Um einen grösseren Skandal zu vermeiden, muss rasch gehandelt werden: Anderson soll persönlich nach Colorado fahren, um vor Ort bei der Fleischlieferantin Uni Globe herauszufinden wie Fäkalien in das Fleisch gelangt sind.
Andersons Reise führt ihn nach Cody, eine Kleinstadt im Süden, die von der Fleischverarbeitung lebt. Hier in den riesigen Schlachthäusern der Uni Globe arbeiten grösstenteils illegale Immigranten aus Mexiko, die - wie Raoul Raoul (Wilmer Valderra) und seine Frau Sylvia (Catalina Sandino) - auf der Suche nach einem besseren Leben hier gestrandet sind. Sie verrichten zu Hungerlöhnen an den endlosen Fliessbändern unappetitliche und gefährliche Arbeit. Von skrupellosen Vorarbeitern angetrieben sind sie gezwungen, die Sicherheitsvorschriften zu missachten und müssen im Fall von Unfällen die Folgen selbst tragen. Im Grunde werden sie nicht besser behandelt als das Vieh, das Tag für Tag in Massen angekarrt und im Schnellverfahren getötet wird. Don ist über die Zustände, die er antrifft, entsetzt. Ändern kann er sie nicht. Gegen das Geflecht von Korruption zwischen den Viehhändlern und der fleischverarbeitenden Industrie kann er nicht ankommen, ohne seinen eigenen Job zu gefährden. Regisseur Linklaters Konzept, Eric Schlossers Recherche über die Nahrungsmittelindustrie «Fast Food Nation» als Spielfilm zu inszenieren, gab vielen engagierten Stars die Möglichkeit, sich an dem Projekt zu beteiligen. In grösseren und kleineren Rollen kommen Ethan Hawke, Kris Kristofferson, Patricia Arquette und die kanadische Rocksängerin Avril Lavigne zum Einsatz. Hollywoodstar Bruce Willis darf in der Rolle des Fleischkontrolleurs das Ergebnis der Untersuchung zynisch auf den Punkt bringen:«Das perfekte Fleisch gibt es so wenig wie die perfekte Gesellschaft. Wir alle müssen von Zeit zu Zeit etwas Scheisse essen». Allerdings konnten aber auch die Stars dem Film nicht zum verdienten Erfolg verhelfen. Der Film ist in den USA gefloppt und fand auch in der Schweiz nur wenig Kinopublikum. Da das Thema aber nach wie vor brandaktuell ist, wie ein Blick in die Feuilletons zeigt, präsentiert SF zwei auf «Delikatessen» den Film als Ergänzung zur aktuellen Debatte.
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SF2 20.09.2010 | 23:05
www.preispiraten.de