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Bestie Mensch

Mi, 07.11.2018, 22:10 Uhr - 23:45 Uhr | ARTE

Bestie Mensch3 Sterne bei 1 Bewertung
Drama, Frankreich 1938 | HDTVSW
Bestie Mensch

Der stellvertretende Bahnhofsvorsteher Roubaud tötet im Zug zwischen Paris und Le Havre den Patenonkel seiner Frau Séverine, nachdem er von einer Affäre der beiden erfahren hat. Einziger Zeuge der Tat ist der Lokomotivführer Jacques Lantier. Um diesen vom Gang zur Polizei abzuhalten und von ihrer Unschuld zu überzeugen, trifft Séverine sich mit ihm auf einen Spaziergang im Park. Jacques ist von ihrem Charme hingerissen und verschweigt im anschließenden Zeugenverhör seine Beobachtungen. Zuhause wird Séverine von ihrem Ehemann bedrängt. Seine Eifersuchtsanfälle sind beängstigend, so dass Jacques sich Sorgen um ihr Wohlergehen macht. Er gesteht Séverine seine Leidenschaft und will, dass sie mit ihm durchbrennt. Doch Séverine glaubt nicht an die Liebe und bietet Jacques zunächst Kameradschaft an. Sie ahnt nichts davon, dass Jacques unter einer mysteriösen Erbkrankheit leidet. Nervöse Anfälle können bei ihm sexuelle Gewalt auslösen - von einem Moment zum anderen kann er zum Triebtäter werden. Während sie viel Zeit zusammen verbringen und sich einander annähern, versucht Roubaud seinen Kummer beim Glücksspiel zu vergessen. Aus der anfänglichen Freundschaft entwickelt sich zwischen Séverine und Jacques eine leidenschaftliche Affäre. Um sich von ihrem verhassten Ehemann zu befreien, überredet Séverine Jacques dazu, Roubaud umzubringen ...

DarstellerJean Gabin (Jacques Lantier), Simone Simon (Séverine Roubaud), Fernand Ledoux (Roubaud), Julien Carette (Pecqueux), Jenny Hélia (Philomène Sauvagnat), Colette Régis (Victoire Pecqueux), Gérard Landry (der Sohn Danvergne), Blanchette Brunoy (Flore)
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RegieJean Renoir
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BuchJean Renoir
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MusikJoseph Kosma

Bewertungen

Do, 08.11.2018 von 8martin
Mörderischer Lokführer3 Sterne
Ein provokanter Titel, den uns hier Regisseur Jean Renoir aufs Zuschauerauge drückt. Ein Merkmal seiner Filme ist oftmals ein weitgefächertes Gesellschaftsbild. So auch hier. Fast alle Figuren haben etwas miteinander zu tun. Ein Mord wird begangen, den man nicht ganz genau sieht, aber es gibt einen Zeugen. Es ist Lokführer Lantier (Jean Gabin). Sein Wissen bringt ihn in Kontakt mit Séverine (Simone Simon), die von ihrem ungeliebten Ehemann (Fernand Ledoux) Bahnhofsvorsteher und Mittäter wegwill. Lantier litt mal unter Depressionen und spürt einen Drang Frauen zu töten. Was ihm bei Cousine Flore (Blanchette Brunoy) nicht gelingt, klappt bei Séverine. Lantier erscheint nicht als der Killer. Er ist freundlich und verständnisvoll. Nur wenn es über ihn kommt…Das ist schwer nachvollziehbar und verblüfft besonders, weil die anderen Figuren so plastisch herausgearbeitet sind. Sein Arbeitskollege Pecqueux z.B. etwa (Julien-RoteHerberge-Carette). Séverine macht Schluss und fällt damit ihr eigenes Todesurteil. So bleibt Lantier auch nur der Sprung von der fahrenden Lok. Kommt trotzdem etwas überraschend. Die Bahn und ihr Umfeld ist Ort der Verbrechen. Technisch ausgefeilt sind die Fahrten der Lok durch Tunnel z.B. und das Milieu der Angestellten wird ebenfalls beleuchtet. Die arme Séverine kommt vom Regen in die Traufe und muss auch noch dafür bezahlen. Erfrischend die Kurzauftritte von Regisseur Renoir. Unterm Strich sieht die Message so aus: Männer morden, Frauen verletzen und alle sind unberechenbar. Die sozialkritische Romanvorlage von Emile Zola veränderte Renoir zu einer angedeuteten Psychodoku. Die Erzählweise ist realistisch, die Darbietung hat romantische Ansätze. Meist wohl von archivarischem Wert.War diese Bewertung hilfreich?
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