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Der Polarexpress

Der Polarexpress3 Sterne bei 1 Bewertung
Animation, USA 2004
Der Polarexpress
GenreAnimation
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Jahr2004
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LandUSA
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FilmstartDo, 25.11.2004
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DarstellerTom Hanks, Michael Jeter, Peter Scolari
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RegieRobert Zemeckis
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OriginaltitelThe Polar Express

Bewertungen

Fr, 19.12.2008 von Raphael A.
weihnachten - ab zum nordpol !3 Sterne
Kommst Du?“ - „Wohin!?“ „Na zum Nordpol natürlich, das hier ist der Polarexpress!“ Es war einmal einer der besten Regisseure aller Zeiten, der sich zusammen mit einem der besten Schauspieler aller Zeiten zusammen tat und eine großartige Idee hatte: Einen computeranimierten Weihnachtsfilm in einer ganz neuen Dimension, auf ganz neue Art und Weise. Als Vorlage diente Chris Van Allsburgs Kinderbuchklassiker „Der Polarexpress“. Die Geschichte ist schnell erzählt, stellt für die Kleinen keine Probleme dar, höchstens die flotten Schnitte auf der Zufahrt hin zum Nordpol sind vielleicht etwas zu viel für die ganz Kleinen. Tom Hanks war für mehr als ein dutzend Figuren verantwortlich: er spielte diese Figuren, vom Weihnachtsmann bis zum kleinen Jungen, dann wurden seine Bewegungen eingescannt und vom PC digital überarbeitet. Was herauskam, war ein durchaus sehenswertes optisches Märchen, das allerdings ein Manko hat: Die Figuren bleiben blass und kühl. Man kann sich nicht wirklich mit ihnen anfreunden. Das fängt schon damit an, dass sie keine Namen haben. So gut die Idee mit der Allgemeinhaltung auch sein mag, es stört vor allem kleine Kinder tierisch, wenn die Hauptprotagonisten keine Namen haben. „Hero Boy“ steht da im Abspann bei dem kleinen Jungen, der die Geschichte erlebt. Des Weiteren kann man sich auch nicht wirklich in die Gefühlslage der Charaktere hineinversetzen, da vor allem auch ihre Mimiken sehr steif wirken und man ihnen so Leid oder Freude einfach nicht ganz abnehmen kann. Das ist eben das Manko, an dem man in Zukunft noch dringend arbeiten sollte, wenn man weiterhin so eine Art Film produzieren möchte. Nimmt man jetzt einen „klassischen“ CGI – Film wie „Findet Nemo“ hat man nicht dieses Problem. Denn hier waren die ohne menschliche Vorlage „tierischen“ Figuren brillant animiert und ihre Mimik war absolut „menschlich“. So verkommt „Der Polarexpress“ zum zeitweise arg unmenschlichen Weihnachtsfilm ohne Identifikationsgrad und Emotionen. Man erkennt zwar die Ansätze, die Ausführung ist aber einfach noch nicht so gut, als dass sie beim Zuschauer voll wirken könnte. Das mag vor allem aber bei kleineren Zuschauern eventuell gerade keine Rolle spielen, werden die sich nämlich nicht an den Animationen ärgern, sondern versuchen, der schnell abgerollten Story zu folgen. Die teilt sich klar in zwei Teile, die Zugfahrt und den Nordpol, ein und zeigt immer wieder gute Ansätze, fehlt am Ende aber dennoch das i-Tüpfelchen. Technische Spielereien, von der Achterbahnfahrt bis hin zu wilden Kamerafahrten durch Wasserfälle oder eine Geschenkerutschbahn sind zwar sehr gut geworden, fördern die Stimmung und die Geschichte allerdings in keiner Weise, zeigen höchstens, wie Zemeckis und seine 3D – Animatoren ihr Können demonstrieren wollen. Wiederum sehr positiv zu bewerten ist da Alan Silvestris Score, der wie eigentlich immer, voll überzeugen kann und die nötige Weihnachts- und Wohlfühlatmosphäre herbeizaubert, für die die Figuren und die Geschichte ja eben leider nicht wirklich sorgen können. Mal sehr episch und romantisch, dann wieder traurig oder mal flott und lustig, das ist der Silvestri den wir kennen. Auch die Songs sind wohl gewählte Weihnachtsklassiker oder neue Songs, wie das rockige „Rockin’ on Top of the World“ von Aerosmith – Frontmann Steven Tyler, der als Wichtel auch noch in mehreren animierten Rollen agieren darf. Das schönste Lied und eines der Highlights damit am Film ist aber „Believe“ von Josh Groban, der auch schon mit seinem „Remember Me“ bei „Troja“ für einen ganz großen Pluspunkt für den Film sorgte. Was bleibt ist ein Gedanke: Warum haben Zemeckis und Hanks diesen Film computeranimiert erstellt und nicht mit realen Menschen gedreht? Die Modelle und Effekte wären um einiges billiger gewesen als die 160 Millionen Produktionsbudget – und herausgekommen wäre wohl ein um einiges menschlicheres Weihnachtsabenteuer. Fazit: An sich ein technisch hochwertiges Erlebnis, bei dem allerdings die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt. Ebenso verkommt die Geschichte hinter all den Spielereien, was auch die tolle Musik nicht wieder gutmachen kann. So ist „Der Polarexpress“ ein unfertiges Produkt, das durchaus seine starken Seiten hat, aber eben auch noch seine Schwächen besitzt, die es eben in Zukunft bei solchen Filmen zu verhindern gilt. Durchdringen konnte aber glücklicherweise immerhin die Botschaft des Films noch: Glauben. Wer nicht aufhört zu glauben, wird niemals enttäuscht werden. Und das gilt wohl auch für diesen Film. 3 Sterne - leider nicht mehr!War diese Bewertung hilfreich?
 
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