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Die letzte Vorstellung

Die letzte Vorstellung5 Sterne bei 1 Bewertung
Drama, USA 1971
GenreDrama
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LandUSA
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Jahr1971
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Länge113 Minuten
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DarstellerTimothy Bottoms, Ben Johnson, Jeff Bridges
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RegiePeter Bogdanovic, Peter Bogdanovich
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OriginaltitelThe Last Picture Show

Bewertungen

Di, 18.06.2019 von 8martin
Ende einer Ära5 Sterne
Dieser großartige Film von Peter Bogdanovich ist mehr als ein Abgesang auf das kleine Kino (Royal) in der Pampa. Den Ort wo die Kids in den 50er Jahren abhängen konnten und im Halbdunkel erste Erfahrungen in Knutsch- und Pettingversuchen machten. Es ist ein subtiles Gesellschaftsportrait einer spießigen, tief religiösen amerikanischen Kleinstadt. Eine jugendliche Clique um Duane (Jeff Bridges), Sonny (Timothy Bottoms) und Jacy (Cybill Shepherd) macht erste sexuelle Erfahrungen. Für die 70er Jahre revolutionär offenherzig. Jacy verdreht allen Jungs den Kopf. Sie ist das Biest, Duane ist der Maulheld. Beide erleben herbe Enttäuschungen. Der tragische Held aber ist Sonny. Er beginnt ein Verhältnis mit Ruth der Frau seines Sportlehrers (Oscar für Cloris Leachman!), das erst nach vielen Irrungen und Wirrungen ein herzerweichendes Ende findet. Ähnlich brillant ist Sam der Löwe (Ben Johnson). Es gibt breiten Raum für Jugenderinnerungen z. B. wenn er Sonny beim Angeln davon erzählt. Da tauchen dann Personen aus der Jetzt-Zeit auf wie z.B. Lois (Ellen Burstyn) als Jacys Mutter. Damals ein scharfes Schnittchen, heute gelangweilte Ehefrau. Manchmal werden die ruhigen Retros etwas zu ausgedehnt. Insgesamt nagt der Zahn der Zeit an fast allen Figuren. Das kann man besonders bemerken, wenn man die Fortsetzung ‘Texasville‘ sieht. Bogdanovich hat bis auf zwei Ausnahmen mit den gleichen Schauspielern gedreht. Und immer wieder trifft ein Schicksalsschlag die kleine Stadt. Die Ereignisse nehmen den Zuschauer mit in einem emotionalen Wirbel von Betroffenheit und gehen immer wieder durch Schlüsselszenen unter die Haut. Mitverantwortlich für den Niedergang des kleinen Royal ist der beginnende Höhenflug des Fernsehens. (Filmausschnitte aus Der Vater der Braut (Traycy / Taylor) und Red River (Wayne/Clift) dokumentieren das. Man sieht sie nicht im Kino. Die letzte Einstellung gleicht der ersten. Nur läuft die Kamera zurück auf Anfang, inklusive Wüstenwind, Staub und losen Blättern. Ein richtungsweisendes, subtiles Meisterwerk, das menschlich berührt. Großartig!War diese Bewertung hilfreich?
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